Zungen aus Feuer
Zungen aus Feuer › Qasiden und Qasidenfragmente

CLVII — Er erinnert sich an Sizilien und Syrakus

Verse 24–28 (Auszug)
Zum Kontext

Teil einer Klage um Sizilien und Syrakus, seine Heimat; im Manuskript als „Gedicht über Naphtha-Waffen“ vermerkt. Der Auszug stammt aus dem Kriegsteil: Naphtha-Schiffe, Bräute, Vulkanschlünde, dann der Blick auf Castrogiovanni (Enna), wo nun jede Spur des Islam verschwunden sei. Die Farben Rot und Gelb (Vers 25) lassen an die Standarte der fatimidischen Kalifen denken — ein mögliches Loyalitätssignal; sicher ist das nicht. Zanj bezeichnet in der arabischen Literatur die Menschen der ostafrikanischen Küste und steht oft für Schwärze. Eine mögliche Lesart (Deutung des Übersetzers, kein Beleg): Die pechschwarzen Schiffsrümpfe gehen, bunt behangen, wie Bräute im Festschmuck über das Wasser, auf schwarzer Haut die Hochzeitsmäntel. In CCXCII (Vers 22–23) kehrt das Bild als „schwarze Bräute des Todes“ wieder. Der „Schnupftabak des Todes“ (Vers 24) ist eine bittere Ironie: der Naphtha-Rauch als tödliches Gegenstück zu einem eingeatmeten Heilmittel. Zum Motiv siehe Naphtha & Griechisches Feuer.

24Ein Kriegsschiff schleudert das Feuer seines Naphthas, sodass die Nasen den Schnupftabak des Todes einatmen.
25Du siehst sie, mit roten und gelben Filzen bedeckt, zu Bräuten geführt, sodass sie wie Söhne der Zanj erscheinen.
26Wenn in ihnen die Öfen rauchen, glaubst du, es öffneten sich in ihnen Vulkanschlünde.
27Ach! In Castrogiovanni war eine Festung, von ihnen besetzt — und nun ist jede Spur des Islam verschwunden.
28Und, o Wunder! Die Dämonen haben sich niedergelassen in den Sternbildern der Sternschnuppen.
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