Zungen aus Feuer
Zungen aus Feuer › Qasiden und Qasidenfragmente

CCXCII — Lob des Emirs ʿAlī ibn Yaḥyā zum Ramadan

Verse 1–3, 16–33 (Auszug)
Zum Kontext

Das Gedicht gratuliert dem Emir Abū l-Ḥasan ʿAlī ibn Yaḥyā (Zirid, Mahdia) zum gemeinsamen Fasten im Ramadan und zu seiner Genesung von einer Krankheit. Die Verse 1–3 gehören zum Eingang, die Verse 16–33 zum Lob- und Kriegsteil: Der Emir erscheint als Held gegen die „Rūm“ (Byzantiner und Christen), seine Schiffe tragen Naphtha, und die Freigebigkeit seiner Hand wird der Wolke verglichen. Die „schwarzen Bräute des Todes“ (Vers 23) führen die Brautzug-Metapher aus CLVII fort. Zum Motiv siehe Naphtha & Griechisches Feuer.

01Aus Liebe zu Gott hast du gefastet - ein großzügiger, großmütiger Mann, das Fasten der Hand hingegen brachst du mit reichlichen Gaben.
02Für die Fastenden ließ Gott den Neumond aufgehen. Für uns ließ er den neuen Mond Deiner Tugend ersteigen
03Gott ließ Dich perfekt gesunden, erhaben ist Herrlichkeit, von der vergangenen Krankheit.
[ … ]
16Held des Krieges! Er hat den Schwung des Löwen und zugleich gibt er großzügig mit der Hand einer Wolke.
17Söhne dieser beiden Häuser: Wir fürchten und hoffen das seine Vergebung zögerlich sei und seine Rache gewaltig.
18Zu Gottes Ruhm ist er erstanden, siegreich für die Religion die Rum haben alle finsteren Absichten gegen ihn gerichtet.
19Mit einem Pfeil traf er mitten in die Brust des Feindes und lenkt dessen Pfeil ab vom Islam.
20mit der Wirkung eines fallenden Sterns schlägt er mit Feuer jedweden Feind der Widerstand leistet.
21und mit Schiffen [trifft er sie] ausgerüstet mit dem Naphtha des Krieges, welches immer wieder das Wasser entzündet mit lodernden Flammen
22gekleidet in bunte Filze, wie blühende Beete auf den Hügeln blenden sie dich und nehmen die Sicht.
23Filze die die schwarzen Bräute des Todes enthüllen, gekleidet zum Fest auf den Wellen des grünschimmernd stürmischen Meeres.
24Viele Heere ziehen heran wie fleischfressende Löwen in den Wäldern.
25Wie viele brennende Lunten auf Lanzen, bestimmt die Seelen in den Leibern auszulöschen.
26Die Freigiebigkeit des Großmütigen strömt im Übermaß aus seinen Fingern für manche ist sie die Quelle des Tadels seiner Güte.
27Unerschöpflich sind die Reichtümer Alis selbst wenn er seine Schätze im ewigen Lauf der Zeit verströmt.
28Wie könnten die Sonnen erlöschen aus deren Glanz die Augen der Menschen schöpfen?
29Für einen König, der über den Plejaden thront, sind Horizonte dieser Welt nur Stationen auf dem Wege seiner Reise.
30Er stammt von Fürsten ab, die mit vollen Händen teilen Güte oder Tod, wie Wolken die sich abregnen, blutig und groß.
31Jene, die der Herold des Todes rief, warfen sich ins Gewühl der Schlacht mit einem Heer ohne Zahl.
32Trotz [aller] Bravour in der Schlacht wurden sie mit Wunden übersäht die vor ihre Füße tropften.
33Sie entblößten die Schwerter zum Stoß, und jene leckten am Blute - doch nicht aus Durst.
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